Die gnadenreiche Muttergottesfigur wurde um das Jahr 1750 durch einen unbekannten Künstler geschaffen. Es handelt sich um ein Flachrelief aus Lindenholz und ist eine volkstümliche Nachbildung der wundertätigen Muttergottesfigur, die sich im österreichischen Marienwallfahrtsort Mariazell in der Steiermark befindet. Das Gnadenbild stellt Maria mit dem Jesuskinde dar, das von ihr auf dem linken Arm getragen wird. Das Kleid Marias ist blau mit einem Blumenmuster, während das Kleid des Jesuskindes rot und ungemustert gehalten ist. Die Kleider beider Gestalten bilden ein Trapez und weisen auf der Oberfläche bandförmige Strukturen auf, die an ein Geflecht aus Schnüren und Verzierungen erinnern. Unterhalb der Figur sind drei Engelsköpfe zu sehen. Die Figur wurde immer mit einem Kleid verziert, das die Muttergottes noch schöner und majestätischer erscheinen lässt. Das aktuelle Kleid wurde von Seiner Exzellenz Ignacy Dec, dem Ersten Bischof von Świdnica, für 75 Jahre Leben, 50 Jahre Priestertum, 15 Jahre Bischof und 15 Jahre Diözese Świdnica finanziert.


Maria Schnee

Die Wallfahrtskirche wurde 1782 auf den Titel „Maria Schnee” geweiht. Der Titel erinnert an Santa Maria Maggiore in Rom: Der Bau dieser Kirche beruht auf einer Überlieferung: Papst Liberius (352-366) wurde im Traum beauftragt einen Ort zu bestimmen, auf dem eine Kirche zu Ehren der Muttergottes errichtet werden kann. Dem römischen Kaufmann Johannes, dessen Ehe kinderlos war, wurden im Traum Nachkommen verheißen, wenn er an einer bestimmten Stelle, die ihm noch angezeigt wird, eine Marienkirche erbaut.

Als am Morgen des 5. August 352, also mitten im Hochsommer, die Anhöhe des Esquilin mit Schnee bedeckt war, war dies für beide, für Papst Liberius und Johannes, das verheißene Zeichen des Himmels, und sie ließen dort die Marienkirche erbauen. Dieses erhielt in Erinnerung an das denkwürdige Ereignis den Namen „Maria Schnee”. Santa Maria Maggiore ist auf europäischen Boden die erste Kirche zu Ehren der Mutter Gottes. Es ist eine der vier großen Basiliken in Rom.

Die Tatsache, dass das Glatzer Schneegebirge die meiste Zeit des Jahres von Schnee bedeckt ist, der darauf beruhende Name des Gebirges, die Sorge um die Vollendung des Baus bei Errichtung der Bergkirche („ob es wohl gelingen mag, sie zu errichten, bevor der erste Schnee fällt”) sowie der Bezug zu den Anfängen der Marienverehrung, all dies führte dazu, dass die wundertätige Figur auf dem Spitzigen Berg den Namen erhielt, auf den schließlich die Bergkirche 1782 geweiht wurde: „Maria Schnee”.

Ursache unserer Freude

Papst Johannes Paul II. hat am 21. Juni 1983, bei seiner zweiten Pastoralreise in seine Heimat, hat in Breslau die Gnadenmutter am Spitzberg gekrönt und ihr den Titel „Maria - Ursache unserer Freude” gegeben.

„Ich freue mich sehr, dass es mir auf meiner Pilgerfahrt in Tschenstochau gegeben war, die wundertätige Figur der Muttergottes Maria Schnee zu krönen, die in den Sudeten Königin ist und reichlich ihre Gnaden verschenkt. Sie wird besonders verehrt und angerufen von jenen, die an Augenkrankheiten leiden, von Frauen, die sich nach einem Kind sehnen, und ebenso von Touristen und Sportlern. Maria - die Ursache unserer Freude, indem wir die Kronen auf die Häupter von Sohn und Mutter setzen, sprechen wir: Du bist die Mutter Gottes, Du bist unsere Mutter, unsere Königin. In Deinen Händen, Vermittlerin aller Gnaden, liegen unser Leben und unsere Erlösung. Wir legen zu Deinen Füßen den Glauben, die Hoffung und die Liebe, die seit so vielen Jahrzehnten vor Dir bekannt wurden, und auch unseren Glauben, unsere Hoffung und Liebe und das, was künftige Generationen bekennen werden. Sei unsere Freude, so wie in der Vergangenheit, so auch heute, sende unseren Herzen die Gnaden, so wie in den Bergen, wo Du wohnst, die Schneeflocken. Ich empfehle mich und meinen Dienst in der römisch-katholischen Kirche in der Stadt des Heiligen Petrus, dem Gebet der Pilger, die Dich, Mutter Gottes Maria Schnee, besuchen.”

der Film

Das Heiligtum der Gottesmutter „Maria Schnee” am Spitzberg hat Papst Johannes Paul II. bereits früher mindestens dreimal besucht: am 7. Juli 1955 als Priester mit einer Gruppe befreundeter Studenten, dann als Bischof am 20. August 1961 anlässlich der Marienfeiertage in Wrocław (Breslau), und am 10. August 1968 als Kardinal bei seiner Wallfahrt in die Heiligtümer des Glatzer Berglandes.

Die Krönungsbulle - die Übersetzung


PAPST JOHANNES PAUL II
zum ewigen Gedenken

Mit welcher großen Verehrung die Figur der Muttergottes „Maria Schnee” umgeben und auf dem Spitzigen Berg behütet wird, beweisen die unzähligen katholischen Pilgerscharen, die schon seit dem Jahre 1782, als die Kirche der Jungfrau Maria geweiht wurde, andauernd zu der allersüßesten Muttergottes kommen, um von ihr Schutz und Schirm sowie wirksame Fürsprache bei Gott zu erflehen. Als Beweis für die erteilten Wohltaten dienen die zahlreichen Eintragungen in die Kirchenbücher. Zur Erweiterung dieses Kultes und somit der Gottesgebärerin für die im Verlauf der Zeit erteilten Gnadengaben gebührenden Dank auszudrücken, äußerte unser Ehrwürdiger Bruder Henryk Gulbinowicz, Erzbischof der Metropole Breslau, den Wunsch, nicht nur in seinem eigenen, sondern auch im Namen der Geistlichkeit und der Gläubigen, auf Berufung Unseres Namens und Unserer Autorität, das Bildnis der Muttergottes mit einem kostbaren Schmuckstück krönen zu dürfen. Daher wandten wir uns um Rat an die Heilige Kongregation, welche für Sakramente und Gotteskult zuständig ist. Wir unterstützen die Bitte und anhand dieses Schreibens und unserer Apostolischen Autorität erteilen wir hiermit die Vollmacht, das schon genannte Ebenbild in Unserem Namen zu krönen und ihm eine kostbare Krone aufzusetzen unter Beibehaltung des Ritus und der Formel. Wir sind fest davon überzeugt und glauben, dass durch diese feierliche Begebenheit der Ruhm der großen Fürsprecherin, der Königin des Himmels und der Erde vergrößert sowie der Glauben und die Tradition unserer katholischen Gemeinschaft gestärkt werden. Alle sich entgegenstellenden Vorschriften sind ungültig. Herausgegeben in Rom, beim Heiligen Peter, mit dem Stempel des Fischers, am 28. Oktober 1982, im fünften Jahre Unseres Pontifikates.

/-/ Augustyn Kardinal Casaroli
Öffentliche Angelegenheiten der Kirche